Tag 1: Köln – Salzburg

Nach einer, eher schlaflosen Nacht geht es endlich los. Mein Zug nach Salzburg ist pünktlich, fast leer und gut klimatisiert. Ich fühle mich gut, die Aufregung legt sich. Viele Fragen gehen mir durch den Kopf: bin ich fit genug? Habe ich an alles gedacht? Werde ich auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren?

Nach 7 Stunden komme ich in Salzburg an. Heiß ist es hier, meine Unterkunft, glücklicherweise nicht weit vom Bahnhof entfernt. In einem kleinen Supermarkt kaufe ich fürs heutige Abendessen und morgige Frühstück ein paar Dinge ein, kriege dann im Zimmer nochmal einen kleinen „Anfall“, denke mein Rucksack ist nicht optimal gepackt, also alles nochmal raus und wieder rein, in sinnvollerer Reihenfolge. Dann noch schnell einen Blick auf die Strecke morgen, viele Treppen sind zu steigen, lieber früh los, wenn es noch kühl ist. Dann reserviere ich mir ein Zimmer für den übernächsten Tag in Berchtesgaden. „Das war’s“, denke ich, als ich kurz darauf im Bett liege,  „jetzt sollte ich alles erledigt haben“ und schlafe dann ein.

Tag 2: Salzburg - Zepperzauerhaus (5.45 Std. / ↑ 1350 / ↓ 110)

Früh um sieben klingelt der Wecker und ich breche nach einem kurzen Frühstück auf. Zunächst geht es gemütlich durch das noch ruhende Salzburg. Nicht weit von meiner Unterkunft befindet sich der Kurgarten, der Startpunkt der Alpenüberquerung. Die Salzburg-Triest Wanderer können sich hier treffen, um gemeinsam über die Alpen zu gehen. Als Erkennungsmerkmal dient ein rotes Bändchen am Rucksack. Ich gehe aber erstmal alleine weiter.

Die Sonne lässt nicht lange auf sich warten und es wird schnell sehr warm. Am Mirabellengarten vorbei geht´s weiter…

… dann über die Salzach, mit dem Blick auf die Festung Hohensalzburg.

Und schon geht es, auf den ersten Stufen, an die ersten Höhenmeter und ich sehe Salzburg aus der Vogelperspektive…

… Jaja, so hoch nun auch wieder nicht. Angeber!

Ich verlaufe mich ein wenig in der schönen Stadt, gehe nicht exakt nach Wanderführer –  ist aber nicht schlimm, Hauptsache Richtung Berge! Und die sind nicht mehr weit!

Gegen Mittag habe ich die Stadt hinter mir gelassen und mache eine ausgiebige Pause in einer Gaststätte. Nochmal stärken und Kraft tanken bevor es auf den Dopplersteig geht, gut 1200 m hoch auf den Untersberg.

Entlang des Almkanals geht es weiter, der Untersberg ist schon zu sehen!

Und rückt näher und näher. Die Spannung steigt…

Der Einstieg! Es geht los. Unzählige Holztreppen und in den Fels gehauene Stufen führen die schroffe Felswand entlang ins Hochland.

Stundenlanges Treppensteigen also, teils in voller Sonne. Puhh! 

Stufe um Stufe geht es nach oben, schnell gewinne ich an Höhe und immer weiter geht es hinauf, die Sonne brennt und immer wieder muss ich Pausen einlegen, Wasser und Sauerstoff tanken. Nicht unanstrengend für den Start, aber laut Wanderführer eine gute Feuertaufe, ein Ausblick darauf, was mich in den nächsten Wochen erwartet.

Yes! Den ersten Gipfel erreicht! Bevor ich weiter gehe, genieße ich erstmal den Blick über Salzburg.

Gegen 15 Uhr komme ich an der Berghütte Zepperzauerhaus an. Ein sehr sympathischer und freundlicher Wirt begrüßt mich, erklärt und zeigt mir alles. Leider sind die Duschen heute außer Betrieb – nicht schön, so durchgeschwitzt wie ich bin, aber dann muss halt eine Katzenwäsche reichen, so ist das eben manchmal in der „Wildnis“. Die Lage der Hütte, mit dem herrlichen Blick über die Berge, nette Menschen und das leckere Essen machen es wieder wett. Bis zum Sonnenuntergang bleibe ich sitzen, lege die Füße hoch und freue mich einfach hier zu sein und über den gelungenen Start. Ich fühle mich bereit – für alles was kommen mag!

? Sonnenuntergang Zepperzauerhütte Aquarell auf DIN A 6 Aquarellpapier