Tag 7: Landmannalaugar – Selfoss

Das Bild am nächsten Morgen: gut 15 Zelte haben den Sturm nicht überlebt, teils sind ihre kläglichen Überreste über den ganzen Platz verteilt, die betroffenen Camper haben sich nachts ins Sanitärgebäude gerettet und dort das Wetter abgewartet. Jetzt ist es wieder klar, etwas kühl und etwas windig, wie eigentlich immer.

Unsere Trekkingtour ist an dieser Stelle zwar vorbei, aber ein paar Tage in Island haben wir noch. Wir entscheiden unser Lager in Selfoss, einer Kleinstadt, ca 40 km vor Reykjavik, aufzuschlagen. Von hier aus gehen täglich viele Busse ins Umland, perfekt für Tagesausflüge und dabei erschwinglicher, als die Hauptstadt Reykjavik.

Auf dem Weg nach Selfoss kommen wir am aktivsten Vulkan Islands vorbei, „Hekla“, auch bekannt als „Tor zur Hölle“. Die düstere, öde Wüstenlandschaft wirkt gespenstisch. „Hekla ist der unberechenbarste Vukan Islands“, erzählt der Busfahrer, „wenn sich ein Ausbruch ankündigt, hat man selten mehr Zeit, als 20 Minuten, wenn man dann nicht weg ist, ist es meist schon zu spät.“ “Aber es gibt doch organisierte Ausflüge auf den Hekla?“ .“Ja“, grinst der Busfahrer, „spannend, nicht?“

In Selfoss angekommen, richten wir uns auf dem örtlichen Zeltplatz ein, der einiges an Luxus bietet, im Vergleich zur Wildnis: keine Extrakosten mehr für Duschen oder Strom, eine große Küche, eine Sofaecke usw. Diese eigentlichen Selbstverständlichkeiten erscheinen uns nun, als außergewöhnlicher hoher Komfort. Ebenso das Angebot des Supermarkts: Gemüse, Obst, Süßigkeiten. Und Bier! Ein regelrechtes Gelage unser Abendessen, gemessen an den Speisen der vergangenen Tage. Wir bleiben eine Weile wach, gehen ein bisschen spazieren, reden und verarbeiten das Erlebte der letzten Tage.

Tag 8: Tagesausflug Geysire – Gullfosswasserfall

Nach einem leckeren Frühstück mit einem guten Kaffee aus der Kaffeemaschine ist heute ein Touriprogramm angesagt. Natürlich muss man einen Geysir zu Gesicht bekommen, wenn man Island besucht und das haben wir nun vor.

Im Gebiet Haukadalur ist das möglich, unweit neben dem großen Geysir, der nur sporadisch ausbricht (ca. 3x am Tag)…

… gibt es noch diesen ganz kleinen Geysir…

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…. und mittleren, namens Strokkur. Alle 10 Minuten schiesst dieser eine Fontäne heißen Wassers, bis zu 30 Metern, in die Höhe.

Aber nicht nur der Ausbruch alleine ist spannend zu beobachten, auch der ganze Prozess vor dem Ausbruch. Das wabernde Wasser wirkt zuweilen fast lebendig.

Die Münzen gehören in ein Portemonnaie und nicht in ein Geysir!!! Grrrrr!!! Viel zu viele Menschen sind da, also bleiben wir nicht sehr lange und fahren weiter.

Nächster Halt – Gullfosswasserfall

? Gullfoss: Aquarellstifte auf DIN A 4 Aquarellpapier

Über insgesamt hundert Meter tief fallen die Tauwassermassen des Gletschers Langjökull in die Tiefe.

Leider wohl nicht mehr allzu lange – „ist der Gletscher erst abgeschmolzen (Hallo, Klimawandel!) wird es auch keinen Wasserfall mehr geben“, erläutert, das zum Wasserfall gehörende, Museum – und alle hier sind mit dran Schuld (weil mit dem Flieger da!) – Auweia, wir auch 🙁 !

Zurück in Selfoss stellen wir uns im Restaurant „Tryggvaskáli“ der traditionellen, isländischen Küche. Ich traue mich nicht richtig an das traditionelle Essen und bestelle einen Burger mit Süsskartoffelpommes.

Ein schönes Ambiente und ein wirklich sehr gutes Essen runden unseren Tag, äußerst zufriedenstellend, ab.