Tag 2: Erster Test auf unsere Belastbarkeit machen wir mit einer längeren, aber nicht allzu schwierigen Strecke zur St. Pöltner Hütte (2481m) und zurück.

Strecke: ca. 18 km, 1000 Hm hoch und 1000 Hm runter, Gehzeit ohne Pausen 7 Std.

Heute erwartet uns ein traumhaftes Wetter und eine wunderschöne Tour, beginnend mit der klaren Sicht auf den „Hohen Zaun“ und die „Schwarze Wand“ (2 weiße Bergspitzen im Hintergrund)

Venedigerhaus

Bevor es los geht noch ein paar Bilder mit mir im Vordergrund – nur damit es klar ist, dass ich auch wirklich da war und es nicht geträumt habe 😀

Wir gehen los – zunächst gemütlich auf der Straße, zurück in die Richtung, von wo wir gestern herkamen, zum Außergschlöß.

Dann biegen wir links auf einen Trampelpfad ab, der uns einen steilen und durch steigende Hitze auch anstrengenden und schweißtreibenden Anstieg durch einen Wald beschert.

Schnell gewinnen wir an Höhe, was uns nicht nur tiefe Blicke ins Tal ermöglicht, sondern auch eine tolle Rundumsicht auf eine wunderschöne Berglandschaft.

An dieser Stelle machen wir unsere erste kurze Verschnaufpause und genießen den Blick auf den Gletscher.

Alpenblumen
Blumenwiese vorm Großvenediger

Nach der Pause führt uns der Weg eine zeitlang ganz leicht und fast immer flach weiter. Jetzt habe ich die Ruhe mich richtig umzusehen und die liebliche Pflanzenwelt der Alpen zu entdecken. Diese kleinen tiefblauen Blümchen stehen unter Naturschutz und heißen „Frühlings-Enzian“.

? Frühlings-Enzian Venedigerhaus - St. Pöltner Hütte (Acryl)

Natürlich dürfen auch die herrlichen Alpenkühe nicht fehlen, die uns neugierig mit ihren großen Augen begleiten und uns einen guten Weiterweg wünschen – vielleicht 🙂

Der Weg ist noch immer überwiegend flach, es kommen hin und wieder Geröllpassagen dazu, was aber noch nicht vom „Durch-die-Gegend-Gucken“ ablenkt.

Ab hier ist es nicht mehr weit bis zur St-Pöltner-Hütte, übers Geröll geht es hinauf.

St. Pöltner Hütte
St. Pöltener Hütte

In der Hütte machen wir eine ausgiebige Pause, essen und trinken gemeinsam an einem großen Tisch, draußen auf der Terasse, unterhalten uns und lassen die heiße Sonne auf unserer Haut brutzeln.

Direkt neben der Hütte ist auch das Gipfelkreuz, das in meiner Bildersammlung nicht fehlen darf.

Hier noch ein Blick vom Gipfelkreuz runter auf einen See und dann der Rückweg.

Erstmal über das Geröll wieder runter, so wie wir hochgekommen sind. Dann aber in die Kernzone des Nationalparks rein und auf dem Venediger Höhenweg weiter.

Oh! Seht ihr ihn auch?! Ein riesiger versteinerter Hund!

Wir laufen jetzt zurück auf schmalen Pfad des Venediger Höhenweges und sind ein bisschen höher unterwegs als auf dem Weg zur Hütte. Großartige Aussichten bis zum Großglockner sind inklusive.

Immer wieder passieren wir kleinere Wasserfälle auf dem Weg, wo man etwas vorsichtiger sein muss und nicht auf einem rutschigen Stein abrutscht.

Venediger Höhenweg
Venediger Höhenweg

Bald machen wir eine lange Pause – diesmal eine Bildungspause. Zuerst gibt es eine ausführliche Vorstellungsrunde. Danach erzählt uns Siggi was über die Entstehung der Berge, insbesondere der Alpen. Bevor wir wieder losmarschieren gibt er uns eine Aufgabe auf den Weg: wir sollen nach den Spuren des Klimawandels suchen.

Es folgt ein langer und für die Knie (zumindest für meine) fordernder Abstieg, was meiner guten Laune aber keineswegs einen Abbruch tut, im Gegenteil, ich freue mich über einen gelungenen Start und eine super Wanderung mit Inhalt.

Nach dem Abendessen wird kurz die Aufgabe in einer lockeren und lustigen Atmosphäre besprochen. Bei anschließendem Beisamensitzen wird diskutiert und gelacht, bis irgendwann die Schlafenszeit anbricht.