Tag 3: Nach einem Frühstück und bei schönstem Wetter brechen wir auf Richtung „Neue Prager Hütte“ (2782m).

Strecke: ca. 12 km, 1100Hm hoch, 1100Hm runter, Gehzeit ohne Pausen ca. 6 Stunden

Ein breiter Weg, immer am Gschlößbach entlang, führt uns erstmal bis zum Talschluss.

Danach folgt ein serpentinenartiger Pfad, der uns steil, aber unschwierig und schnell nach oben führt. Es ist sehr warm heute und wir sind den ganzen Weg gnadenlos der Sonne ausgeliefert, also machen wir hier eine kleine, nicht eingeplante, Verschnaufspause.

Hier und da noch eine Pose – mal wieder vergessen dabei meinen Rotkäppchen Hut abzunehmen…hmmm…. 

Hier haben wir dann eine längere „Bildungspause“. Wir lernen zu unterscheiden zwischen den verschiedenen Begriffen wie „Mulde“, „Kar“, „Trogtal“ u. ä., nach Möglichkeit immer mit einem bildhaften Beispiel aus unserer Umgebung.

Nach einem lehrreichen Input gibt es bald was fürs Auge; nur wenige Schritte weiter eröffnet sich ein faszinierendes Panorama auf das Schlatenkees (in der Mitte des Bildes). Links im Bild sieht man, von der Kristallwand kommend, das Karkees, also auch einen Gletscher, der aber von einer schwarzen Schutdecke bedeckt ist.

Wir sind nicht mehr weit von der Alten Prager Hütte entfernt und haben von hier aus einen wunderschönen Blick auf die Gletscherzunge. Gleichzeitig ist der starke Rückgang des Gletschers nicht zu übersehen. Seit 1960 verzeichnet das Schlatenkees 70 Meter Eisrückgang und zählt damit zu den 10 am stärksten geschrumpften Gletschern in Österreich. (Quelle: https://www.osttirol-heute.at/chronik/heimische-gletscher-schrumpfen-weiter)

Wir erreichen die Alte Prager Hütte (2489m), die zu den ältesten alpinen und noch erhaltenen Schutzhütten der Alpen zählt und seit 2012 unter Denkmalschutz steht. Heute ist die Hütte ein kleines Museum, das einen Blick in die Vergangenheit bietet.

Ein kleiner Frosch sitzt auf einem warmen Stein und lässt uns unerschrocken an ihm vorbeiziehen.

Großvenediger

Noch ein paar Fotos mehr, bevor wir weiter zur Neuen Prager Hütte (2796m) aufbrechen.

300 Höhenmeter auf Geröll…

Neue Prager Hütte

… und eine Stunde später erreichen wir unser heutiges Ziel. Hier ist es deutlich kühler und ich freue mich über die warme Kaspressknödelsuppe.

Klein (3468m)- und Großvenediger (3657m) in Nahaufnahme.

? Groß- und Kleinvenediger (Pastell-Ölkreide)

Gestärkt machen wir uns auf den Rückweg zum Venedigerhaus.

Zuerst auf dem gleichen Weg bis zur Alten Prager Hütte, dann aber auf dem Venediger Höhenweg weiter.

Am Gamsleitenhang des vorderen Kesselkopfes geht es die ganze Zeit und beeindruckend am steilen Hang entlang, mit tiefen Blicken auf den Viltragenbach. Einige Stellen sind seilgesichert, bei gutem Wetter aber auch ohne Sicherung gut machbar.

Auf einer Holzbrücke überqueren wir den Viltragenbach und laufen den Rest des Weges auf der anderen Seite. Viltragenbach und Schlatenbach werden vom Gletscher gespeist und fließen im Tal zum Gschlößbach zusammen.

Auf dieser Seite ist die Landschaft wieder etwas grüner und lieblicher, mit vielen kleinen Blümchen übersät.

Venediger Höhenweg

Kleinere und größere Wasserfälle stürzen in die Tiefe, bei der Überquerung ist hier wegen nasser und rutschiger Steine etwas Vorsicht geboten.

Zum Schluss, als wir abgestiegen sind fängt es leicht an zu regnen und ein wunderschöner Regenbogen taucht vor uns auf. Schöner kann ein Wandertag nicht zu Ende gehen!